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kreativ unordentlich

Kreativ unordentlich

Papierstapel, Zeitschriften und Notizen auf dem Pult, die Regale voller Ordner und Hefter, leere Kaffeetassen und diverse verstreute Schreibutensilien, ein typisches Büro eines Chaoten oder eine Chaotin. Einsteins Pult sah anscheinend so ähnlich aus. Sein lakonischer Kommentar: „Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen aus, der ihn benutzt?“

Nun, Einstein war nicht der einzige visionäre Geist, der einen unordentlichen Schreibtisch hattte. Auch Steve Jobs, der Gründer von Apple, und der Schriftsteller Mark Twain gehörten zu dieser „Gattung“. Sie alle zeichneten sich dadurch aus, dass sie die Dinge auf ihre eigene Art angingen und sich nicht den ungeschriebenen Gesetzen unterordneten, wie man etwas tut. Und in all dem Chaos war eine Ordnung, sie wussten immer genau, wo sie etwas suchen mussten.



Chaotisch = kreativ und risikofreudig

Gemäss einer kürzlichen Studie der Universität von Minnesota (USA) sind Menschen mit einem unordentlichen Pult kreativer und risikofreudiger als solche mit einem aufgeräumten Schreibtisch. Die Wissenschaftler ziehen den Schluss, dass eine unordentliche Umgebung im Büro ein Denken ausserhalb des Üblichen fördert und so zu neuen Ideen führt.

Wie umsetzen?

Die Autoren der Studie empfehlen, dass man gezielt für Unordnung sorgt, wenn man an Ideen und Konzepten arbeitet, indem man zum Beispiel Zeitschriften und Bücher rumliegen lässt, aber auch alles andere, was einen inspirieren könnte. Wenn man hingegen produktiv an etwas arbeiten möchte, hilft ein aufgeräumter Arbeitsplatz.

Nicht zu verwechseln mit Dreck

Die Studie betont aber auch den Unterschied zwischen chaotisch-kreativ und messy-dreckig: Schmutz, halbvolle Kaffeetassen einer ganzen Woche und angebissene Snacks haben nichts mit Kreativität zu tun. Solche Schreibtische führen eher dazu, dass deren Benutzer als schmuddelig und wenig effektiv wahrgenommen werden. Und zwar nicht nur im Büro, sondern auch im Alltagsleben. Daher: kreativ inspirierende Unordung ja, wenn es passt. Sonst aber lohnt sich ein mehr oder weniger aufgeräumter Arbeitsplatz!

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